PERLEN 

DIE TRAENEN DER GOETTER  

Seit Menschengedenken sind die Perlen das Symbol der Liebe, der Freude und des Glücks. Eine Perle zu beschreiben ist eine heikle und anspruchsvolle Aufgabe. Aufgrund der ihr durch die Schlichtheit der Perfektion gegebenen Aesthetik, des sie umgebenden Geheimnisses und ihres sinnlichen und verführerischen Charmes ist die Perle ganz einfach unbeschreibbar.

        

Im natürlichen Zustand sind die Perlen absolut vollkommen. Sie sind ein Geschenk der Natur und benötigen im Gegensatz zu den anderen Edelsteinen kein Schleifen und kein Polieren.

In der persischen Mythologie werden die Perlen als die Tränen der Götter dargestellt.

Nach alter chinesischer Ueberlieferung, bringt der Mondschein die Perlen zum wachsen.

Die Griechen glaubten, dass die Perlen aus dem Tau entstehen, welcher vom Mond in das von den in der Nacht weit offen auf dem Wasser schwimmenden Austern dargebotene Fleisch gelegt wird.

Die Römer schrieben die Perlen der Venus zu; ihre Geschichte verschönerten sie indem sie "die Impregnation durch den göttlichen Samen in Form von himmlischem Tau" beschrieben.

Die Perle ist die Komplizin der modernen und fraulichen Schönheit.


DIE PERLEN IN DER GESCHICHTE

Die erste Erwähnung der Perle datiert aus dem Jahre 2200 v.Chr.

Für die Geschmeide mischten die römischen Kaiser Perlen und feine Stoffe. Caligula schmückte sogar sein Lieblingspferd mit einer Perlenkette.

In der kirchlichen Kunst wurden sie als wertvolle Zeichen der Liebe Gottes betrachtet und zierten die Pristergewänder, die Altare und die kirchlichen Gegenstände.

Die Leidenschaft von Elisabeth der Ersten für die Perlen war so gross, dass sie immer eine Perlenkette mit sieben Rängen trug. Zudem schmeichelte es ihrem Stolz, nicht weniger als 300 mit den schönsten Perlen bestickte Kleider zu besitzen.

In Amerika sammelten die Indianer Perlen und trugen sie mit Stolz. Sie waren auch unter den rituellen Gegenständen der indianischen Stämme von Mexiko und Peru gefunden.


DIE NATURPERLEN

Sie formen sich um einen Fremdkörper, z.B. ein in die Auster eingedrungenes Sandkorn, welches diese versucht wieder loszuwerden, was ihr aber im allgemeinen nicht gelingt. Die Auster überzieht den Fremdkörper mit einer Perlmutterschicht, woraus nach langer Zeit und mit viel Glück eine Naturperle entsteht.


DIE GRUPPEN DER ZUCHTPERLEN


Südsee-Perlen


Akoya-Perlen


Süsswasser-Perlen

 

WIE ENTSTEHT EINE ZUCHTPERLE?

Als die Naturperle auszusterben drohte, entstanden 1898 in Japan die ersten Zuchtperlen.

Um eine Zuchtperle zu erhalten, muss zuerst die Auster in ihrer natürlichen Umgebung gefischt werden. Sobald sie mindestens 3 Jahre alt ist, wird sie mit Hilfe von Holzstäbchen durch eine fachmännische Hand geöffnet, und es wird ein Fremdkörper eingeführt, um welchen sie eine Schutzschicht, einen sogenannten Mantel, legt. Dieses Verfahren wiederholt sich bei jeder Auster.

Die Einführung des Fremdkörpers ist eine sehr heikle Angelegenheit, von welcher die Qualität der entstehenden Perle abhängt. Anfangs wurden verschiedene Materialien verwendet, wie z.B. Blei-, Gold- oder Silberkügelchen; später wurden diese durch Partikel aus poliertem Perlmutter ersetzt.

Die Auster (Weichtier) wird anschliessend wieder in ihre natürliche Umgebung zurückgebracht, wo sie während drei bis vier Jahren sorgfältig gepflegt wird. Der Züchter muss während dieser Zeit seine Kultur vor Unwetter, Verschmutzung und Angriffen des Plankton schützen und die Wassertemperatur und den Salzgehalt regelmässig überwachen.

Nach der Ernte werden die Perlen zum Verkauf vorbereitet.

Sie werden gewaschen und nach Grösse sortiert. Ein Fachmann klassiert sie in verschiedene Kategorien und zwar als Perlen für Broschen, Ringe, Anhänger, Krawattennadeln usw.

Die meisten sind für die Anfertigung von Halsketten bestimmt, wofür sie in eine Lösung gelegt werden, welche Flecken und farbliche Unreinheiten auflöst. Anschliessend wird je nach Form, Farbe, Glanz und Dicke der Perlmutterschicht die Qualität bestimmt.


SUEDSEE-ZUCHTPERLEN

Die Südsee-Zuchtperle ist leicht an ihrer Grösse mit einem Durchmesser von 9 bis 17 mm zu erkennen. Diese noblen Perlen bestehen aus einer sich um den eingeführten Perlmutterpartikel geformten soliden Schicht, welche ihnen ihre Farbe, ihren Glanz und Schimmer während Generationen hindurch erhält. Sie wird "Königin der Perlen und Perlen der Königinnen" genannt.

Die dunklen Südsee-Zuchtperlen werden hauptsächlich in Französisch-Polynesien und Tahiti gezüchtet.

Die hellen Perlen werden in der Pinctada Maxima genannten Auster gezüchtet. Diese Perlen erkennt man an ihrem silberfarbenen, oft mit blauen oder metallfarbenen Nuancen versetzten Schimmer.

Eine dieser Familie angehörende Auster wird "goldene Lippen" genannt, da die inneren Ränder der Muschelschalen golden schimmern und die gezüchteten Perlen champagnerfarbene oder hellgelbe Schattierungen aufweisen.

Die Südsee-Zuchtperlen sind sehr verschiedenfarbig.

Die aus der Pinctada Maxima stammende helle Kategorie bietet Farben von silberfarbenem Weiss bis zu purem Gold mit Schattierungen von Rosa, Crème, Champagner, Grün, Blau und Gelb.

Die helle Kategorie der Pinctada Margaritifera entfaltet eine noch grössere Farbpalette und zwar von Tiefschwarz, "Pfauenschwarz", Grün, Blau, Grau, Braun sowie Rot und, jedoch selten, Silber oder Weiss.

Die mit diesen, praktisch unbegrenzten, natürlichen Farben kombinierten Formen verleihen der Südsee-Zuchtperle einen ganz besonderen Zauber. Eine jede dieser Perlen ist verschieden, keine gleicht der anderen und die Form variiert von halbrund, oval, knopfförmig, linsenförmig bis zu "barock"-förmig. Nur ein kleiner Prozentsatz dieser Perlen sind vollkommen rund, obwohl nur runde Perlmutterkerne eingepflanzt werden. Eine einzige dieser Südsee-Zuchtperlen kostet durchschnittlich so viel wie eine vollständige Akoya-Perlenkette.

Australien: Weisse bis silberfarbene Perlen, die einen hohen Preis erlangen. Sie werden von einer Auster mit weissen Rändern, Pinctada Maxima, produziert, welche bei einem Gewicht von 3 bis 5 kg einen Durchmesser von 25 bis 30 cm erlangt. In Australien wird die Pinctada Maxima von Tauchern in einer Tiefe von 8 bis 30 m gefischt. Die Zuchtstätten nehmen rapid zu und die kontrollierte Fortpflanzung der "Mutter"-Austern wird bald das traditionelle Austernfischen ersetzen.

 

Indonesien und Philippinen: Verbesserung der Qualität und des Farbangebotes: Crème, Rosa, Silber, sogar Dunkelgelb und Gold. Hier werden auch Südsee-Perlen von kleinerer Grösse als Alternative zu den traditionellen Akoya-Zuchtperlen gezüchtet. Aufgrund der von Jahr zu Jahr zunehmenden Menge werden die Preise immer mehr gedrückt.


DIE SCHWARZEN PERLEN VON TAHITI

Sie sind die Inkarnation von Charme und Eleganz. Der natürliche und geheimnisvolle Glanz der farbigen Reflexe ist das Geheimnis ihrer unbeschreiblichen Schönheit. 

In den hauptsächlichsten in der Südsee in den das Französisch-Polynesien (grösster Perlenproduzent von dunklen Südsee-Zuchtperlen der Welt) umgebenden ringförmigen Koralleninseln eingerichteten Kulturen wird eine Auster mit "schwarzen Lippen" die Pinctada Margaritifera benutzt.

     

Diese Austern erreichen einen Duchmesser von 12 bis 20 cm. Die inneren Ränder der Muschelschalen sind oft sehr dunkel, wenn nicht sogar schwarz. Um diese Auster zu besitzen, werden die in der Mitte der Lagunen frei schwimmenden Austerlarven gesammelt. Diese Larven fixieren sich auf den speziell dafür angebrachten Röhren. Bei einer Grösse von 2 cm werden alsdann die schönsten davon ausgesucht und bis zum "Erwachsenenalter" in sogenannten "Nurseries" aufgezogen. Die grössten und dunkelsten Perlen dieser Art gehören zu der Unterklasse cumingi, welche um Tahiti herum gefunden werden.
Die schwarzen und grauen Zuchtperlen der Inselgruppe von Tahiti sind sehr beliebt. Sie können als gute Investition betrachtet werden. Die Entwicklung in den letzten Jahren trug jedoch zu einer Ueberproduktion von schlechter Qualität bei, welche nur schwer abgesetzt werden konnte, was ein Preissturz zur Folge hatte, was sich aber auf die sehr guten Qualitäten nicht auswirkte, da die Preise auf dem Niveau der letzten Jahre blieben.

DIE ZUCHTPERLE AKOYA

ist die bevorzugte Perle derjenigen Frauen, die Charme mit Diskretion verbinden möchten und die klassische Eleganz als tägliche Eleganz suchen. Die Zuchtperlen sind den Frauen gewidmet, die die Verführung im wahrsten Sinne des Wortes leben.

 

Zucht der Akoya-Perlen in Japan

Die Zuchtperlen-Produktion nimmt von Jahr zu Jahr ab. Leider hat sich die Qualität nicht verbessert. Der grösste Teil der Produktion weist eine sehr feine Perlenschicht auf, weshalb die Japaner versuchen, mit einer moderneren technischen Fertigstellung die optische Qualität zu verbessern.

DIE KESHIS

Die Keshis sind kleine, hauptsächlich aus Perlmutter bestehende, sehr rare Perlen, welche aufgrund ihres besonderen intensiven Glanzes und ihrer unregelmässigen und natürlichen Formen geschätzt werden.

 

     
       DIE MABES

Die Mabes sind halbkugel-förmige Perlen von verschie-dener Grösse
 

DIE SUESSWASSER-PERLEN

Die Süsswasser-Perlen werden vor allem in China kultiviert und eignen sich gut, um sich, ohne über ein grosses Budget zu verfügen, eine Freude bereiten zu können. Sie unterscheiden sich von den Akoya-Perlen durch unvoraussehbare Formen und eine vielfältige Farbpalette.

Die "Mutter-Austern", welche grösser als die der Akoya-Perlen sind, können bis zu 15 Jahre alt und mehrmals mit einem Fremdkörper versehen werden. Die Süsswasser-Perlen erreichen zum grössten Teil einen Durchmesser von 2 bis 5 mm. Sie sind manchmal kreuz- oder stäbchenförmig, bestehen aus zwei- oder dreifachen Plättchen und bieten Farben von Weiss bis Rosa, Crème, Orange usw.

Die in der Zucht von Süsswasser-Perlen gemachten Fortschritte sind enorm. Seit kurzem sind sie fast rund bis ganz rund, ohne Kern, weisen eine Grösse von 8 - 10 mm auf und sind zudem von sehr guter Qualität. Von blossem Auge sieht man praktisch keinen Unterschied zu den Akoya-Perlen. Leider fehlt ihnen aber noch die Berühmtheit.


DIE BEURTEILUNGSKRITERIEN

Die Grösse, die Farbe und vor allem der den Perlen ihr Charisma verleihende Glanz, die Intensität der Farben, die sich mit der Zunahme der Dicke der Perlmutterschicht vertieft und die Form bilden die Beurteilungskriterien für Perlen.

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